Stifterfest 2019

Die Diakoniestiftung wächst mit kleinen Schritten. Dies wurde beim Stifterfest deutlich, bei dem es um Lob und Dank für die Stifter ging. Aber auch ums Geld.

 

Das Fest der Diakoniestiftung war bescheiden. Kaffee und Hefezopf zwischen Gottesdienst und Kassenbericht. Dazu Musik, ein Grußwort und ein kurzer Vortrag – das war’s auch schon. Das Geld sollte ja für anderes, für Wichtigeres ausgegeben werden. Für die Stiftung selbst, nämlich, die einen wichtigen Beitrag zur Solidarität innerhalb der Gesellschaft beitrage, sagte Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt in ihrem Grußwort. „Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Der Ton wird schärfer. Es ist äußerst wichtig, dass es Menschen gibt, die dem etwas entgegen setzen. Vielen Dank, dass Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten“, sagte sie zu den Stiftern – knapp 50 Festgäste zählte die Veranstaltung am Sonntagvormittag in der Michaelskirche in Schwäbisch Hall.

Die Diakoniestiftung gibt es seit sieben Jahren, aufgelegt wurde sie vom Diakonieverband Schwäbisch Hall mit dem Ziel, diakonische Projekte zu fördern. Zweimal gab es bereits Ausschüttungen, berichtete der Geschäftsführer des Diakonieverbandes Wolfgang Engel. Einmal profitierte die Schule in Kalosa, Slowakei, die Heimat der Haller Bettler. Dort ist ein regelmäßiges Schulfrühstück initiiert werden, das den Schulbesuch der Kinder verbessert hat. Auch die Obdachlosenunterkunft in der Burgbergstraße in Crailsheim ist bereits unterstützt worden. „Leider sind die Erträge nicht so hoch wie erhofft“, sagte Engel. „Das ist den schlechten Zinsen geschuldet.“

Doch nicht nur die Zinsen, auch das Geld selbst war Thema des Vormittags. „Verdirbt es den Charakter?“, fragte Thomas Lützelberger, Chef der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim. „Bei manchen könnte man den Eindruck gewinnen“, antwortete er in einem kurzen Vortrag zum Thema „Ethik und Geld“ Denn es gebe Exzesse – Unternehmenschefs etwa, oder Fußballer, die Millionengehälter bekommen. „Ich sage bewusst nicht ‚verdienen‘. Denn von ‚verdienen‘ kann man da wohl nicht mehr sprechen.“ Doch es komme darauf an, wie das Geld eingesetzt werde. In der Region gebe es leuchtende Beispiele. Menschen wie Dieter Schwarz oder Reinhold Würth zum Beispiel, die mit einer tollen Geschäftsidee, mit viel Fleiß und einem überlangen Arbeitsleben ein Vermögen geschaffen hätten, an dem sie die Gesellschaft teilhaben ließen. „Wir sollten unseren Kindern und Enkeln aber mitgeben, dass Geld nicht an erster Stelle steht und dass Vermögen einen Menschen nicht über den anderen erhebt.“ Das Geld solle dem Menschen dienen, so zitierte er Fritz Vogt aus Gammesfeld, nicht umgekehrt. „Geld ist nicht alles. Aber ohne Geld ist alles nichts.“ In diesem Zusammenhang lobte auch er das Engagement der Stifter und das der noch jungen Diakoniestiftung. Es könne nicht sein, dass Kinderreichtum arm mache. „Von Arbeitslosigkeit, Gewalt, Krankheit oder Unfall ganz zu schweigen. Es ist gut, wenn hier jemand hilft.“

 

Info:

Das Stiftungskapital wächst langsam, aber es wächst, berichtete Martin Egner, Verbandsrechner des Diakonieverbandes. Die Stiftung habe aktuell ein Kapital von derzeit 253.804 Euro. Zum Jahresende 2018 betrug es 218.804 Euro. Gestartet wurde die Stiftung mit etwa 83.000 Euro. Die 100.000-Euro-Marke wurde 2015 überstiegen, die 200.000 Euro im vergangenen Jahr geknackt.

Etwas mehr als die Hälfte der Stifter spendeten kleine Beträge bis 500 Euro. Es gab aber auch Stifter, die mit 10.000 Euro und mehr dabei waren – und das für die Ewigkeit sind, denn Stiftungen sind auf Ewigkeit angelegt, erklärte der Geschäftsführer des Diakonieverbandes Wolfgang Engel.. „Das Geld kann also ewig Gutes tun. Das relativiert die niedrigen Zinsen.“ Bis zum Jahresende laufe noch die Aktion „Stiften macht jetzt doppelt Sinn“, erinnerte er. „Für jeden Euro, der gestiftet wird, legt der Diakonieverband noch einen Euro dazu.“

Wer sich für die Stiftung interessiert und zustiften will, findet hier alles Weitere: www.diakonie-schwaebisch-hall.de.

 

Wolfgang Engel