gespendete Geschenke vom Wunschbaum wurden verteilt

Freuen sich über liebevoll verpackte Geschenke für bedürftige Menschen (von links): Andrea Malich von der Außenstelle Gaildorf des Diakonieverbandes Schwäbisch Hall, Jugendreferent Daniel Veit und Sekretärin Ute Thoma vom Evangelischen Jugendwerk im Bezirk Gaildorf. Foto: Petra Zott Freuen sich über liebevoll verpackte Geschenke für bedürftige Menschen (von links): Andrea Malich von der Außenstelle Gaildorf des Diakonieverbandes Schwäbisch Hall, Jugendreferent Daniel Veit und Sekretärin Ute Thoma vom Evangelischen Jugendwerk im Bezirk Gaildorf. Foto: Petra Zott
Gaildorf. "Coool! Eine Autorennbahn! Ich krieg eine Autorennbahn!" Leuchtende Augen gab es im Evangelischen Jugendwerk in Gaildorf, als die gespendeten Geschenke vom Wunschbaum verteilt wurden.
"Eine Autorennbahn!" Der kleine Junge kann es immer noch nicht fassen, liest immer wieder den Zettel auf seinem Paket. Seine kleine Schwester drückt stumm, aber strahlend ihr Paket mit der Babypuppe an sich. Wie viele andere Menschen mit wenig Geld im Limpurger Land hatte ihre Mutter die sehnlichsten Wünsche ihrer beiden Kinder an den Baum gehängt. Gesagt hatte sie den beiden erst mal nichts - es hätte ja sein können, dass niemand ihren Wunsch erfüllen würde. Doch zur Freude der Organisatoren der Gaildorfer Wunschbaumaktion, dem Evangelischen Jugendwerk im Bezirk Gaildorf und der Außenstelle Gaildorf des Diakonieverbandes Schwäbisch Hall, wurde die große Mehrzahl der Wünsche wahr. Rund 85 Wunschzettel hingen schließlich am Baum, den Ursula Möller engagiert betreute. 65 davon haben Menschen im Limpurger Land erfüllt.
Ganz unterschiedlich waren die Wünsche, die geäußert wurden, viele sehr klein und bescheiden: Schal und Handschuhe beispielsweise, ein Pulli, ein Besuch im Zoo oder im Schwimmbad, ein Spiel oder ein Friseurbesuch. Mütter wünschten sich oft nichts für sich, sondern etwas für die Kinder oder für den Haushalt. Aber auch Wünsche wie eine Beihilfe für dringenden Zahnersatz oder Heizöl waren am Baum zu finden.
Manche Wünsche machten den Organisatoren und den Schenkenden auch gehörig Kopfzerbrechen - so etwa der Wunsch nach einem Schweinebraten. Die Schenkerin fand dafür eine praktikable Lösung: sie macht den Braten fertig, eine Gaildorfer Metzgerei schweißt ihn ein - und für Freitag wurde ein Übergabetermin ausgemacht, so dass der Mann seinen Braten mit nach Hause nehmen kann.
In Sachen Wäschetrockner fand sich ein guter gebrauchter, der hergeschenkt wurde und Jugendreferent Daniel Veit machte sich auf den Weg quer durch den Landkreis, den Trockner bei der Schenkerin abzuholen und bei der Mutter von drei Kindern abzugeben. Die staunte nicht schlecht, als sie davon erfuhr: sie hätte nie gedacht, dass ihr Wunsch eine Chance hätte.
Nicht alle Wünsche freilich konnten erfüllt werden. Manche sprengten einfach den finanziellen Rahmen. Hier gab es als kleinen Trost Lebensmittelgutscheine ortsansässiger Märkte, mit denen sich die Beschenkten eine kleine Weihnachtsfreude machen können.
Insgesamt 1500 Euro gingen an Spenden ein, unter anderem hat die Evangelische Kirchengemeinde Geifertshofen gleich zwei Gottesdienstopfer der Aktion zur Verfügung gestellt. Die meisten übriggebliebenen Kinderwünsche konnten durch eine Spende über 800 Euro der Aktion "Mitmachen Ehrensache", organisiert vom Kreisjugendring, erfüllt werden. Jugendliche hatten dafür einen Tag zu Gunsten der Aktion bei Firmen im Kreis gearbeitet und auf ihren Verdienst verzichtet.
Für die drei gewünschten Kinderfahrräder, reichte es dennoch nicht, obwohl die Kinder sich auch über ein gutes gebrauchtes Rad gefreut hätten. Gebrauchte Jugendfahrräder, erfuhren die Organisatoren, gibt es derzeit einfach nicht. Sie hoffen deshalb auf gute Weihnachtsengel, die diese Zeilen lesen und vielleicht doch noch ein Kinderrad für ein fünfjähriges Mädchen und einen sechsjährigen Jungen haben, oder ein Jugendrad für ein elfjähriges Mädchen, dessen Rad im Sommer geklaut wurde.
Fazit der Organisatoren: "Wir würden es wieder machen!" Fürs kommende Jahr planen Diakonieverband und Jugendwerk deshalb eine Neuauflage der Aktion. Berührt waren sie nicht nur von der Freude der Beschenkten, sondern auch von der Hilfsbereitschaft und Phantasie der Schenkenden. Da wurde nicht einfach ein Gutschein verschenkt - sondern ein hübsch verzierter Umschlag. Oder der Wunsch wurde ergänzt - so bekam der Junge, der sich einen VfB-Wecker gewünscht hatte, nicht nur diesen, sondern ein ganzes Fanpaket inklusive Schal und zwei Karten für den Jugend-Euro-Cup. "Schade, dass keine Adresse beiliegt, meinten etliche der Beschenkten, "Ich würde mich so gerne bedanken!"
Der kleine Junge hüpft inzwischen die Treppen hinunter und sprudelt über vor Glück: "Jetzt kann ich endlich wieder Autorennbahn spielen. Darf ich sie daheim gleich auspacken? Bitte, Mami!"




