Dienstag, 17.05.2011

Diakoniestiftung im Landkreis Schwäbisch Hall


Der Stiftungsvorstand der Diakoniestiftung im Landkreis Schwäbisch Hall (von links): Dekan Winfried Dalferth, Karin Lay und Wolfgang Engel. Foto: pv

"Die Not der zu betreuenden Menschen wird größer. Gleichzeitig nimmt die Förderung durch die öffentliche Hand stetig ab", sagt der Crailsheimer Dekan Winfried Dalferth. Er ist Chef der Diakoniestiftung.

Das Formale gleich vorweg: Die "Diakoniestiftung im Landkreis Schwäbisch Hall" soll im Februar nächsten Jahres gegründet werden. Bis dahin wirbt sie um Menschen, die als Gründungsstifter das Anfangsvermögen der Stiftung aufbringen. Neben Dekan Dalferth, der auch erster Vorsitzender im Diakonieverband Schwäbisch Hall ist, gehören dem Stiftungsvorstand Karin Lay, zweite Vorsitzende im Diakonieverband, und Wolfgang Engel, Geschäftsführer des Verbandes, an. Ein aus 13 Mitgliedern bestehender Stiftungsrat soll über die Einhaltung des Stiftungszweckes wachen.

Die wesentlichen Aufgaben der Stiftung umschreibt Dalferth so: "Bei den Armen sein Herz zu haben, das ist gemeint mit Barmherzigkeit", heißt es im ersten Satz des von ihm verfassten Vorwortes der Stiftungsbroschüre. Konkrete Projekte, die durch die Stiftungserträge gefördert werden sollen, haben die drei Stiftungsvorstände zuhauf: Beispielsweise das von katholischer und evangelischer Seite getragene Gerabronner Café "offenbar", das sich durch öffentliche Gelder nicht finanzieren lasse. Darin werde auch eine Kleiderausgabe organisiert oder die berufliche Eingliederung in ganz informeller Weise unterstützt. Während es in Hall und Gaildorf bereits eine Kleiderausgabe gebe, bestehe in Crailsheim, so Dalferth, deutlicher Bedarf.

Auch die Suchtarbeit in der Haller Vollzugsanstalt oder das Frauenhaus solle unterstützt werden. Im Frauenhaus sei die Situation misslich, da für Kinder der rat- und hilfesuchenden Mütter keine Betreuung möglich sei.
 
Wolfgang Engel weiß, dass für bestimmte Förderprojekte auch immer ein Eigenanteil mitfinanziert werden müsse.
 
"Das Klima in der Gesellschaft wird kälter. Die Verteilungskämpfe um die öffentlichen Gelder werden immer härter. Unsere Aufgabe ist es, versöhnend einzugreifen", reflektiert Dalferth. Stifter, so setzt er fort, würden in solcher Zeit ein bleibendes Zeichen setzen: "Wer stiftet, hat Hoffnung." Stifter würden zum Vorbild für diakonisches Handeln - sie übernähmen Verantwortung bis weit in die Zukunft hinein.
 
Dabei ist dem Stiftungsvorstand Identität sehr wichtig. "Die Stiftung ist aufs Gleis gesetzt. Der Stiftungsbeschluss ist gefasst, die Satzung ist genehmigt, aber die Stiftung noch nicht errichtet", fasst Karin Lay zusammen. Zum Vollzug gehören schließlich noch die Gründungsstifter. Und genau die werden noch gesucht.